Was ist genau passiert?
Das Unternehmen Bitcoin Suisse, einer der ersten großen Akteure des Schweizer Crypto Valley mit Sitz in Zug, will laut den Portalen Decrypt und CoinDesk bis zur Hälfte seiner Arbeitsplätze in der Schweiz streichen und die Arbeit ins Ausland verlagern.
Konkret handelt es sich laut Decrypt um bis zu 60 Positionen in Zug, die nach Bratislava oder nach Vietnam verlagert werden sollen. CoinDesk ergänzt dazu, dass das Unternehmen seinen IT-Standort in Kopenhagen schließt, den Betrieb in Bratislava beibehält und ein neues Zentrum in Vietnam eröffnet, um die Kosten zu senken.
Warum tut Bitcoin Suisse das?
Laut Decrypt ist dies Teil einer Neuausrichtung des Unternehmens von der Rolle eines Schweizer Krypto-Spezialisten hin zur Position eines globalen Vermögensverwalters (Wealth Manager). CoinDesk stellt den Schritt in erster Linie als Bemühung um Kostensenkung durch die Verlagerung der Operationen an günstigere Standorte dar.
Es handelt sich also um eine Kombination zweier von den Quellen genannter Motive: Kosteneinsparung und Änderung des Geschäftsmodells. Das genaue Verhältnis beider Faktoren wird von den Quellen nicht quantifiziert.
Wohin wird die Arbeit verlagert?
| Standort | Was mit ihm geschieht |
|---|---|
| Zug (Schweiz) | Streichung von bis zur Hälfte der Stellen, Verlagerung von bis zu 60 Positionen |
| Kopenhagen (Dänemark) | Schließung des IT-Standorts |
| Bratislava (Slowakei) | Bleibt erhalten, nimmt die verlagerten Positionen auf |
| Vietnam | Neues Zentrum |
Quelle: Decrypt und CoinDesk. Die Verlagerung nach Bratislava erwähnten auch die Webseiten Kryptonovinky.cz und Kryptonovinky.sk, und zwar im Rahmen ihrer regelmäßigen wöchentlichen Marktübersichten.
Was ist bisher unklar?
Die Quellen nennen nicht die genaue Gesamtzahl der Mitarbeiter von Bitcoin Suisse in der Schweiz, sodass "bis zur Hälfte" nicht in eine konkrete absolute Zahl umgerechnet werden kann, abgesehen von den erwähnten bis zu 60 Positionen in Zug.
Es ist nicht bestätigt, wie viele der verlagerten Stellen konkret in Bratislava und wie viele in Vietnam landen werden, ebenso wenig der Zeitplan der gesamten Änderung. Auch liegt uns aus diesen Quellen keine offizielle Stellungnahme des Unternehmens zur Zahl der entlassenen Personen im Vergleich zu jenen vor, denen eine Verlagerung angeboten wird.
Warum ist das für das Crypto Valley relevant?
Bitcoin Suisse gehört zu den Gründungsnamen des Schweizer Krypto-Ökosystems rund um Zug. Die Verlagerung eines bedeutenden Teils der Operationen außerhalb der Schweiz ist daher ein viel beachtetes Signal für die Kostenwettbewerbsfähigkeit dieses Zentrums. Ob es sich um einen Einzelschritt eines Unternehmens oder um einen breiteren Trend handelt, lässt sich aus den verfügbaren Quellen bisher jedoch nicht ableiten. Das ist ein Punkt, den man bei dieser Art von Nachrichten weiter verfolgen sollte: ob ähnliche Schritte auch von weiteren Unternehmen aus der Region angekündigt werden.
Anmerkung zum Marktkontext
Die slowakische und die tschechische Quelle betteten die Nachricht in eine wöchentliche Übersicht ein, in der Bitcoin bei rund 77.500 Dollar gehandelt wurde (wöchentlicher Rückgang von etwa 3 %) und Ethereum bei rund 2.500 Dollar. Diese Preisangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung der jeweiligen Übersichten und stehen in keinem direkten Zusammenhang mit der Personalentscheidung von Bitcoin Suisse. Wir bringen sie daher in keinen kausalen Zusammenhang.

