Was ist passiert?
Joseph DeLong, ehemaliger technischer Leiter (CTO) der dezentralen Börse SushiSwap, hat erklärt, dass er nächste Woche seine eigene dezentrale Börse (DEX) namens Deepstate auf der Robinhood Chain starten wird. Darüber berichtete das Portal The Defiant.
Für DeLong handelt es sich nach eigenen Worten um ein "Nebenprojekt", das aus der Arbeit an Abenden und Wochenenden herausgewachsen ist. Deepstate soll eine DEX sein, die auf dem Modell des Orderbooks (Auftragsbuch) aufbaut, also mit einer Zusammenführung von Angebot und Nachfrage ähnlich wie an traditionellen Börsen, im Gegensatz zum Modell des automatisierten Market Makers (AMM), das gerade Sushi oder Uniswap populär gemacht haben.
DEX (dezentrale Börse): Plattform für den Handel mit Token direkt zwischen Wallets ohne zentralen Vermittler.
Orderbook-DEX: Typ einer DEX, bei der konkretes Angebot und konkrete Nachfrage zusammengeführt werden, anstelle von Liquiditätspools wie beim AMM.
Wer ist Joseph DeLong?
DeLong war früher als CTO von SushiSwap tätig, einer der bekanntesten DeFi-Börsen. Heute leitet er laut The Defiant das Startup Colossus, das sich auf an Stablecoins gekoppelte Zahlungskarten konzentriert.
Der Aufbau von Deepstate stellt also seine Rückkehr in das Umfeld des dezentralen Handels dar, diesmal in eigener Regie und auf einer Infrastruktur, die von Robinhood betrieben wird.
Was ist die Robinhood Chain und warum ist das relevant?
Die Robinhood Chain ist ein Blockchain-Netzwerk, das mit dem Broker Robinhood verbunden ist. Der Start einer Orderbook-DEX durch einen erfahrenen DeFi-Entwickler ist interessant im Kontext der Frage, ob und wie sich das Ökosystem des Netzwerks um andere Handelstypen erweitert.
Aus den verfügbaren verifizierten Quellen liegen uns keine belastbaren Zahlen zu den Gesamthandelsvolumina auf der Robinhood Chain vor, weshalb wir sie hier nicht angeben. Klar ist bisher nur das, was DeLong selbst angekündigt hat: die Absicht, Deepstate nächste Woche zu starten.
| Fakt | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| Wer das Projekt baut | Joseph DeLong, Ex-CTO von SushiSwap | The Defiant |
| Typ der Börse | Orderbook-DEX | The Defiant |
| Netzwerk | Robinhood Chain | The Defiant |
| Geplanter Start von Deepstate | "nächste Woche" | The Defiant |
Wie hängt der Hack des Robinhood-CEO-Accounts damit zusammen?
Zum Bild rund um Robinhood gehört auch ein Vorfall, den CoinDesk, Cointelegraph und The Block beschrieben haben. Der Account des Robinhood-Chefs Vlad Tenev im Netzwerk X wurde laut diesen Quellen gehackt und zur Bewerbung eines angeblichen Memecoins missbraucht.
Laut CoinDesk ging es um einen Token namens $VLAD, wobei der Beitrag fälschlicherweise behauptete, der Token werde auf Robinhood gelistet. Cointelegraph und The Block geben an, dass der Beitrag offenbar eine bösartige Vertragsadresse enthielt (im Fall von The Block als Memecoin "Vladhood" bezeichnet, der als Betrug gekennzeichnet wurde). Der Beitrag wurde anschließend gelöscht.
Es handelt sich um ein eigenständiges Ereignis, getrennt von DeLongs Projekt. Verbunden sind sie nur durch das Umfeld rund um Robinhood und das Memecoin-Fieber, in dem sich beide Dinge abspielen. Nichts deutet auf irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Hack und Deepstate hin.
Was wissen wir noch nicht?
Aus den verfügbaren Quellen ist das genaue Startdatum nicht klar (angegeben ist nur "nächste Woche"), ebenso wenig die technischen Details von Deepstate, die Höhe der anfänglichen Liquidität oder ob das Projekt einen eigenen Token herausgeben wird. Auch verifizierte Zahlen zu den Gesamthandelsvolumina auf der Robinhood Chain liegen uns nicht vor. Beim Hack des Accounts von Vlad Tenev nennen die Quellen weder die Identität des Angreifers noch den Gesamtumfang möglicher Schäden.
Worauf sollte man bei dieser Art von Nachrichten achten?
Beim Start neuer DEX lohnt es sich generell, den tatsächlich eingehaltenen Starttermin, den überprüfbaren Smart Contract, die anfängliche Liquidität und das reale Handelsvolumen nach den ersten Tagen zu beobachten. Bei Memecoin-Werbung, die an bekannte Namen gekoppelt ist, ist ein wiederkehrendes Betrugsmuster gerade die Kombination aus einer falschen Behauptung über ein "Listing" und einer beigefügten Vertragsadresse, wie auch der Fall von Tenevs Account gezeigt hat. Das sind Signale, die der Leser selbst bei der Primärquelle überprüfen kann, bevor er irgendetwas glaubt.

