Was genau ist passiert?
Mercado Bitcoin, laut The Block die größte Kryptowährungsbörse Brasiliens, hat einen Sicherheitsvorfall bestätigt und Auszahlungen ausgesetzt. The Block datiert die Bestätigung auf Montag und spricht von einem Einbruch in Höhe von rund 46 Millionen Dollar.
Das Unternehmen Chainalysis, das sich mit Blockchain-Analyse beschäftigt, nennt in seiner eigenen Auswertung eine höhere Zahl. Demnach führte der Angriff zu einem Verlust von etwa 49 Millionen Dollar, und die gestohlenen Mittel wurden über 17 verschiedene Blockchains verteilt. Diese Strategie (die Aufteilung der Beute über viele Netzwerke) erschwert typischerweise das Nachverfolgen und Einfrieren.
Der Unterschied zwischen 46 und 49 Millionen Dollar hat bislang keine eindeutige Erklärung. Die Zahlen stammen aus verschiedenen Quellen und zu verschiedenen Zeitpunkten, zudem ändert sich der Wert der gestohlenen Token mit dem Marktpreis. Betrachten Sie dies als Spanne, nicht als eine einzige feste Zahl.
Wie viel Geld konnte gesperrt werden?
Hier ergänzen sich die einzelnen Quellen, und es ist nützlich, sie zu trennen.
| Subjekt | Gesperrter Betrag | Quelle |
|---|---|---|
| Chainalysis (Koordination des Einfrierens) | fast 10 Millionen USD | Chainalysis |
| Tether (Einfrieren von USDT) | 4,5 Millionen USD | CryptoSlate |
| Mercado Bitcoin (eigene Bezifferung) | 11 Millionen USD | The Defiant |
Chainalysis beschreibt, eine Koordination geleitet zu haben, die zum Einfrieren von fast 10 Millionen Dollar gestohlener Mittel führte. Tether, der Emittent des Stablecoins USDT, hat laut CryptoSlate 4,5 Millionen Dollar eingefroren. Die Börse Mercado Bitcoin selbst gibt laut The Defiant an, dass 11 Millionen Dollar gesperrt wurden.
Diese Zahlen überschneiden sich teilweise und ergänzen sich teilweise. Das Einfrieren durch Tether kann Teil der breiteren von Chainalysis geleiteten Koordination sein, zugleich muss es sich nicht vollständig mit dem decken, was die Börse in ihre 11 Millionen einrechnet. Die genaue Summe der eindeutig gesperrten Mittel lässt sich aus öffentlichen Quellen nicht zweifelsfrei ableiten.
Wie viel hat der Angreifer noch zur Verfügung?
Laut CryptoSlate hält der Angreifer rund 46 Millionen Dollar in Kryptowährungen. Das passt zum Bild, wonach nur eine Minderheit des Gesamtschadens eingefroren wurde und der Großteil der Mittel in Adressen unter Kontrolle des Angreifers verbleibt.
Mercado Bitcoin hat laut CryptoSlate Nachverfolgungsadressen veröffentlicht, ohne einen Zeitplan für die Wiedereröffnung oder den genauen finanziellen Schaden mitzuteilen. Die Arbeiten an der Wiederherstellung laufen laut Börse weiter.
Verlieren Kunden Geld?
Mercado Bitcoin gibt laut The Defiant an, dass kein Kunde einen Verlust erleiden wird. Zugleich bleibt der Zugang zu ihren Diensten ausgesetzt.
Dies ist ein Versprechen der Börse, keine überprüfte Tatsache. Solange die Dienste nicht wiederhergestellt sind und die Kunden keinen normalen Zugang zu ihren Mitteln haben, handelt es sich um eine Behauptung, die sich erst später überprüfen lässt, je nachdem, was tatsächlich geschieht. Genau das werden wir verfolgen.
Was ist bislang unbekannt?
- Wie es zum Einbruch kam. Öffentliche Quellen beschreiben keinen konkreten technischen Angriffsvektor (ob es sich um eine Kompromittierung von Schlüsseln, ein internes System oder etwas anderes handelte).
- Wer hinter dem Angriff steht. Keine der überprüften Quellen identifiziert den Angreifer.
- Wann die Dienste wiederhergestellt werden. Die Börse hat keinen Termin genannt.
- Die endgültige Schadenshöhe. Sie bewegt sich in einer Spanne von etwa 46 bis 49 Millionen Dollar, je nach Quelle und Bewertungszeitpunkt.
Worauf man bei dieser Art von Ereignis achten sollte
Bei Börsen-Hacks ändert sich das Bild in den ersten Stunden und Tagen. Es lohnt sich, drei Dinge zu unterscheiden: den gesamten gestohlenen Betrag, den Betrag, der eingefroren werden konnte, und das, was am Ende tatsächlich zurückfließt. Das Einfrieren von Mitteln (typischerweise bei Stablecoins wie USDT, die der Emittent technisch unter Kontrolle hat) bedeutet nicht automatisch deren Rückgabe. Die Verteilung der Beute über viele Blockchains, hier 17 laut Chainalysis, ist oft ein Zeichen des Bemühens, das Nachverfolgen zu erschweren.
charliedesk wird dieses Ereignis verfolgen und die spätere Entwicklung mit dem vergleichen, was die Börse und die beteiligten Unternehmen jetzt versprochen haben.

