Was ist passiert?
Circle, das US-amerikanische Unternehmen hinter dem Stablecoin USDC, hat eine Zusammenarbeit mit den südkoreanischen Akteuren Kakao und Toss Bank angekündigt. Ziel ist es, eine Blockchain-Zahlungsinfrastruktur für den koreanischen Markt zu erkunden. Darüber berichteten The Block und Cointelegraph.
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an einen anderen Vermögenswert gebunden ist, meist an eine Fiat-Währung wie den US-Dollar. USDC von Circle zählt zu den größten Dollar-Stablecoins der Welt.
Laut Cointelegraph haben die Kakao-Gruppe und Circle ein Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnet, das die Bereiche möglicher Zusammenarbeit absteckt: Zahlungen, Remittances (grenzüberschreitende Geldtransfers), Zahlungsabwicklung für Händler und tokenisierte Finanzdienstleistungen. Erwähnt wird auch die Möglichkeit eines an den koreanischen Won gebundenen Stablecoins.
Wer sind die beteiligten Partner?
Kakao ist eine der größten Technologiegruppen Südkoreas, vor allem bekannt durch seine Messenger-App und ein breites Finanz- und Zahlungs-Ökosystem. Die Toss Bank ist eine koreanische Digitalbank. Laut The Block soll die Zusammenarbeit mit Circle den Weg dafür ebnen, blockchainbasierte Zahlungslösungen genau im Umfeld dieser etablierten Plattformen zu testen.
Was ist bislang nur Absicht und was gilt bereits?
Das ist die entscheidende Unterscheidung. Die Quellen beschreiben die Vereinbarung als Absicht, Möglichkeiten zu prüfen, nicht als einen gestarteten Dienst. Ein MOU ist eine unverbindliche Absichtserklärung zur Zusammenarbeit, kein fertiges Produkt und keine behördliche Genehmigung.
| Bereich | Stand laut Quellen |
|---|---|
| Unterzeichnung des MOU zwischen Kakao und Circle | Angegeben (Cointelegraph) |
| Zusammenarbeit von Circle mit Kakao und Toss Bank | Angegeben (The Block) |
| Geprüfte Bereiche (Zahlungen, Remittances, Settlement, Tokenisierung) | Angegeben (Cointelegraph) |
| Won-Stablecoin | Als Prüfgegenstand erwähnt, nicht als fertiges Produkt |
| Startdatum, konkretes Produkt, Volumina | In den Quellen nicht angegeben |
| Behördliche Genehmigung in Korea | In den Quellen nicht angegeben |
Warum ist das im größeren Zusammenhang relevant?
Die Ankündigung fügt sich in einen längeren Trend ein, bei dem Stablecoins mit traditionellen Finanz- und Fintech-Plattformen verknüpft werden. So berichtet etwa The Defiant, dass die US-amerikanische Corporate-Finance-Plattform Ramp Stablecoin-Konten sowie die Möglichkeit gestartet hat, Rechnungen mit Stablecoins zu bezahlen, und zwar innerhalb der Stripe-Infrastruktur. Das zeigt, dass auch etablierte Finanzdienstleister außerhalb des Krypto-Sektors Interesse an Stablecoin-Zahlungsschienen haben.
Zugleich gilt: Nicht jeder Stablecoin ist gleichermaßen robust. BitHub.pl beschrieb den Fall des Tokens Balance Coin (BLC), der die Parität zum Dollar halten sollte, aber nach einem Angriff auf das Preis-Oracle (den Mechanismus, der dem System Informationen über den Wert der Besicherung liefert) über 99 Prozent seines Wertes verlor. Der Angreifer soll der Beschreibung zufolge rund 912 Tausend Dollar aus dem Protokoll abgezogen haben. Das ist eine Erinnerung daran, dass der Name "Stablecoin" allein weder Stabilität noch Sicherheit garantiert. Die Qualität hängt von der Besicherung, dem Audit und der technischen Architektur des jeweiligen Projekts ab. Circle und sein USDC gehören in eine andere Kategorie als Balance Coin, aber das Prinzip gilt allgemein.
Worauf sollte man bei dieser Art von Meldungen achten?
Ein MOU ist der Anfang eines Gesprächs, nicht dessen Ende. Bei solchen Ankündigungen lohnt es sich, drei Dinge im Auge zu behalten: ob es zu einem konkreten Produktstart mit Datum kommt, wie die regulatorische Position der koreanischen Behörden ausfällt (insbesondere beim Won-Stablecoin) und welche tatsächlichen Zahlungsvolumina gegebenenfalls fließen. Solange diese Punkte nicht bekannt sind, handelt es sich um eine Absichtserklärung.

