Was ist passiert?
Jeremy Allaire, der CEO des Unternehmens Circle, sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters (zitiert von den Medien Decrypt und Cointelegraph), dass die Firma in rund 40 aufstrebende und sich entwickelnde Märkte eintreten will. Der Grund soll die wachsende Nachfrage nach Stablecoins sein (Kryptowährungen, die an den Wert eines anderen Vermögenswerts gekoppelt sind, in diesem Fall an den US-Dollar).
Circle ist der Emittent von USDC, dem zweitgrößten Dollar-Stablecoin auf dem Markt. Allaire nannte laut den zitierten Quellen konkret vier Regionen: Südostasien, Lateinamerika, Afrika und den Nahen Osten.
Um welche Märkte handelt es sich konkret?
Das ist aus den verfügbaren Quellen bislang nicht bekannt. Allaire nannte eine Zahl (etwa 40) und vier Regionen, aber die öffentlich verfügbaren Berichte enthalten weder eine namentliche Liste der Länder noch einen Zeitplan für den Eintritt oder regulatorische Details einzelner Jurisdiktionen. Solange Circle keine eigene Ankündigung veröffentlicht, handelt es sich um eine Absicht und nicht um eine abgeschlossene Expansion.
Wie steht Circle finanziell da?
Zeitgleich mit den Expansionsplänen wurden die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Laut einer Analyse, die The Block und CryptoSlate vorlegten, erzielte Circle in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Dollar. Davon jedoch:
| Position | Betrag (H1 2026) |
|---|---|
| Gesamtumsatz | ~1,4 Mrd. USD |
| Vertriebspartner und Transaktionskosten | 819 Mio. USD |
| Betrieb und Reinvestitionen | 473 Mio. USD |
CryptoSlate leitete aus diesen Zahlen ab, dass Circle nur rund 7 Cent von jedem Umsatzdollar behalten hat, da auf Vertrieb, Betrieb und Investitionen etwa 93 Prozent der Einnahmen entfielen.
Ein großer Teil der Kosten fließt an die Vertriebspartner. Das ist ein wichtiger Kontext für die Expansion: Das Modell von USDC beruht auf der Zusammenarbeit mit Plattformen und Vermittlern, die den Stablecoin zu den Nutzern bringen, und diese Zusammenarbeit kostet etwas.
Wie groß ist eigentlich das USDC-Volumen?
Laut CryptoSlate verarbeitete USDC im ersten Halbjahr über 36 Billionen Dollar an Transaktionen. Das ist ein Maß für die Aktivität, nicht für den Gewinn der Firma. Das hohe Transaktionsvolumen bei gleichzeitig dünner Nettomarge zeigt die Natur des Stablecoin-Geschäfts: Es handelt sich um Volumeninfrastruktur, bei der der größte Teil des Werts weiter durch die Kette fließt.
Warum ausgerechnet Schwellenländer?
Das Argument, das in den zitierten Berichten genannt wird, ist die wachsende Nachfrage nach Dollar-Stablecoins in Regionen mit höherer Inflation, schwächeren Währungen oder begrenztem Zugang zum traditionellen Bankwesen. charliedesk überprüft diese Motivation nicht als Fakt für jedes genannte Land, wir führen sie als Grund an, den Allaire selbst präsentiert hat.
Was weiter zu beobachten ist (bei dieser Art von Nachricht)
- Eine offizielle Ankündigung von Circle mit einer konkreten Länderliste und Terminen. Bislang haben wir nur die Aussage des CEO über Reuters.
- Regulatorische Genehmigungen in den einzelnen Jurisdiktionen, ohne die die Expansion nicht real stattfinden kann.
- Ob sich bei steigenden Volumen die Nettomarge verbessert oder weiter verdünnt, angesichts des hohen Anteils der Vertriebskosten.
Dies ist keine Anlageempfehlung. Es ist eine Beschreibung dessen, was angekündigt wurde und was sich aus den Firmenzahlen ergibt.

