Was ist passiert?
Die Republikaner im Senat haben laut CryptoSlate am 22. Juli eine überarbeitete Fassung des CLARITY Act vorgelegt, einer umfangreichen Regelung, die Vorschriften für den Markt mit digitalen Vermögenswerten in den USA schaffen soll. Neu an der überarbeiteten Fassung ist eine Ethikklausel.
Der CLARITY Act (mit vollem Namen handelt es sich um einen Gesetzentwurf zur Marktstruktur von Kryptowährungen) ist eine Gesetzgebung, die festlegen soll, wie digitale Vermögenswerte in den USA reguliert werden und wer über sie wacht. Sie definiert unter anderem die Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen den einzelnen Behörden sowie die Handelsregeln.
Laut CryptoSlate und dem tschechischen Portal Kryptonovinky.cz verbietet die neue Fassung dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, Mitgliedern des Kongresses, Bundesrichtern und weiteren betroffenen Amtsträgern, digitale Vermögenswerte gegen Entgelt herauszugeben oder zu sponsern.
Warum streitet das Weiße Haus mit den Demokraten?
Der Kern des Streits ist die Ethik. CryptoSlate berichtet, dass das Weiße Haus kritisierte, dass zentrale Senatsdemokraten die jüngste Fassung des Gesetzes ablehnten. Der Konflikt ist bemerkenswert, weil Präsident Donald Trump laut derselben Quelle diese Woche den neuen Ethikbeschränkungen zustimmte.
Anders gesagt: Die Republikaner haben genau die Art von Beschränkung in das Gesetz aufgenommen, die die Demokraten überzeugen sollte, der Präsident akzeptierte sie, und die Demokraten sind laut dem Portal BitHub.pl dennoch nicht "dafür". Das zeigt, wie weit die Verhandlungspartner voneinander entfernt bleiben.
Was den Demokraten an der neuen Fassung genau missfällt, erklären die verfügbaren Quellen nicht eindeutig. Es bleibt daher ungewiss, ob es um die Formulierung der Ethikklausel, um andere Teile des Gesetzes oder um eine umfassendere politische Taktik geht.
Wer begrüßt die Ethikklausel und wer nicht?
Hier ist es hilfreich, zwei Ebenen des Streits zu trennen, die sich in der Berichterstattung vermischen.
| Streitebene | Kern | Quelle |
|---|---|---|
| Ethik | Verbot der Herausgabe und des Sponserns von Krypto-Vermögenswerten durch Politiker | CryptoSlate, Kryptonovinky.cz |
| Stablecoins | Regeln für Stablecoins, gegen die sich ein Teil des Bankensektors stellt | CoinDesk |
In die Debatte hat sich auch die Wirtschaft eingeschaltet. Laut CoinDesk stellte sich der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs hinter den CLARITY Act mit der Begründung, er würde einen stabileren Regulierungsrahmen bringen. Damit unterschied er sich laut CoinDesk von den Chefs anderer Großbanken, die zentrale Bestimmungen zu Stablecoins ablehnen.
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die an den Wert einer traditionellen Währung gebunden ist, typischerweise an den US-Dollar. Der Streit der Banken betrifft die Frage, wie streng diese Token reguliert werden sollen.
Was ist bislang sicher und was nicht?
Sicher ist, dass es eine neue Fassung des Entwurfs gibt und dass sie eine Ethikklausel enthält. Sicher ist auch, dass die Demokraten selbst nach den Änderungen zurückhaltend bleiben und dass das Weiße Haus ihre Haltung kritisiert.
Ungewiss ist, ob und wann das Gesetz durchkommt. Keine der vier Quellen meldet eine Verabschiedung. Ungewiss sind auch die konkreten Gründe für die Ablehnung durch die Demokraten sowie die Frage, ob die Kritik der Banken an den Stablecoins die Beratung verzögern wird.
Worauf sollte man bei dieser Art von Ereignissen achten?
Bei legislativen Verhandlungen dieser Art ist meist entscheidend, ob eine weitere überarbeitete Fassung auftaucht, wie sich die Zahl der zur Unterstützung des Gesetzes bereiten Senatoren entwickelt und ob sich der Ethik- und der Stablecoin-Teil trennen oder verbunden bleiben. Das sind überprüfbare Meilensteine, anhand derer sich der Fortgang des Gesetzes verfolgen lässt, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen.

