Worum geht es beim CLARITY Act?
Das CLARITY Act ist ein US-Gesetzentwurf zur Marktstruktur (market structure bill), der erstmals umfassend die Regeln für den Markt mit Kryptoassets in den Vereinigten Staaten festlegen soll. Mit anderen Worten soll er bestimmen, wer was reguliert und nach welchen Regeln mit digitalen Assets umgegangen wird.
Laut Incrypted veröffentlichten die Republikaner den vollständigen Wortlaut des Dokuments erstmals am 22. Juli. Hier ist Vorsicht geboten: Die Quelle nennt das Jahr 2026, was angesichts des Kontexts aber wie ein wahrscheinlicher Fehler aussieht und es sich eher um das Jahr 2025 handelt. Die genaue Datierung kennzeichnen wir daher als unsicher.
Warum ist von einer Frist von zwei Wochen die Rede?
Das Unternehmen Grayscale wies laut Incrypted darauf hin, dass der Senat weniger als zwei Wochen (angegeben werden 14 Tage) Zeit hat, das Gesetz noch vor Beginn der Sommerpause des Kongresses zu verabschieden. Findet die Abstimmung bis zum Beginn der Pause nicht statt, verschiebt sich die Behandlung.
Wichtig ist die Unterscheidung: Den Zeitdruck beschreibt Grayscale als kommerzielles Unternehmen mit Interesse an der Marktregulierung, es handelt sich nicht um einen offiziellen Zeitplan des Senats. Ob die Abstimmung innerhalb dieser Frist tatsächlich stattfindet, ist derzeit nicht bestätigt.
Was ist das größte Hindernis?
Paradoxerweise sind es nicht die Krypto-Regeln selbst. Laut Kryptonovinky.cz sind sich Republikaner und Demokraten einig, dass das Gesetz nötig ist, stoßen aber auf die Frage der Ethik und Aufsicht, also wer und wie das Verhalten von Politikern im Zusammenhang mit dem Gesetz kontrollieren sollte.
Konkret lehnte der demokratische Senator Ruben Gallego laut derselben Quelle den republikanischen Entwurf ab. Der Streit verlagert sich damit von der technischen Ebene der Regulierung auf die politische und ethische Ebene, was bei knappen Abstimmungen oft der entscheidende Faktor ist.
Wer unterstützt das Gesetz aus der Wirtschaft?
Goldman-Sachs-Vorstandschef David Solomon unterstützte laut Cointelegraph das Gesetz, obwohl er es selbst als "unvollkommen" bezeichnete. Cointelegraph gibt zugleich an, dass Finanzunternehmen und Banken Vorbehalte gegenüber den Bestimmungen zu Stablecoins (Kryptowährungen, die an den Wert eines anderen Assets gebunden sind, typischerweise den Dollar) haben.
Wir haben hier also ein interessantes Bild: Eine große Finanzinstitution unterstützt das Gesetz als Ganzes, ein Teil des Sektors bleibt aber bei konkreten Passagen zurückhaltend.
Was wir noch nicht wissen
Es ist nicht bestätigt, ob die Abstimmung im Senat innerhalb der angekündigten Frist tatsächlich stattfindet, noch wie die endgültige Fassung der ethischen Zusätze aussehen wird. Unsicher ist auch das genaue Datum der Veröffentlichung des vollständigen Wortlauts (Widerspruch zwischen dem angegebenen Jahr 2026 und dem wahrscheinlicheren 2025 in der Quelle). charliedesk gibt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Assets, dieser Text fasst lediglich zusammen, was zum Thema belegt ist.
Worauf man bei dieser Art von Gesetzgebung achten sollte
Bei Gesetzen zur Marktstruktur lassen sich mehrere Dinge beobachten, ohne über das Ergebnis zu spekulieren: ob eine parteiübergreifende Einigung (bipartisan support) zustande kommt, wie die Frage der Aufsicht und Ethik gelöst wird, welche Ausnahmen oder Bedingungen bei Stablecoins auftauchen und ob die Abstimmung tatsächlich vor der Pause geschafft wird oder sich verschiebt. Sobald diese Fakten bekannt sind, lassen sie sich rückblickend mit dem vergleichen, was einzelne Akteure heute behaupten.

