Was ist passiert?
Der CLARITY Act, der US-Gesetzentwurf zur Marktstruktur von Kryptowährungen (also zu den Regeln, die die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen den Regulierungsbehörden aufteilen), ist auf ein Hindernis gestoßen, mit dem niemand gerechnet hat. Es geht nicht um einen Streit über die Krypto-Regulierung selbst, sondern um Ethikregeln für Politiker und darum, wer deren Einhaltung überwachen soll.
Laut der Website Kryptonovinky.sk ist die Ethik derzeit zur größten Bremse des gesamten Gesetzes geworden. Sowohl Republikaner als auch Demokraten erklären übereinstimmend, dass sie das Gesetz durchsetzen wollen, sind sich aber nicht einig, wie die Aufsicht über die Ethikregeln ausgestaltet werden soll.
Warum hat Gallego den republikanischen Vorschlag abgelehnt?
Am Dienstag, laut Cointelegraph am Mittwoch, veröffentlichten die Senatsrepublikaner den vorgeschlagenen Wortlaut des Ethikteils des CLARITY Act. Die Demokraten lehnten ihn ab.
Der demokratische Senator Ruben Gallego bezeichnete den republikanischen Gegenvorschlag laut der Zeitung Politico (zitiert von Cointelegraph) sehr scharf und zweifelte an, dass es sich um einen ernst gemeinten Versuch einer Einigung handelt. Es geht also um einen politischen, nicht um einen technischen Streit: Beide Seiten ringen darum, wer das letzte Wort bei der Durchsetzung der Ethikstandards haben wird.
Der genaue Wortlaut der strittigen Passagen und der konkrete Aufsichtsmechanismus, bei dem sich die Parteien uneinig sind, geht aus den verfügbaren Quellen nicht im Detail hervor. Das bleibt vorerst unbekannt.
Wie steht die Wall Street zu dem Gesetz?
Hier ist das Bild interessant gespalten. Laut der Website Decrypt stellte sich der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs, David Solomon, hinter den CLARITY Act und wich damit von einem Teil der Wall Street ab.
Dagegen steht Jamie Dimon, der Chef von JPMorgan, sowie Branchenverbände der Banken. Ihr Einwand richtet sich laut Decrypt gegen die Bestimmung zu Erträgen aus Stablecoins (Stablecoins sind Kryptowährungen, die an einen Wert gebunden sind, typischerweise an den Dollar). Die Befürchtung lautet, dass die Möglichkeit, Stablecoins zu verzinsen, Einlagen von traditionellen Banken abziehen könnte.
| Akteur | Haltung laut Quellen |
|---|---|
| David Solomon (Goldman Sachs) | Unterstützung des Gesetzes |
| Jamie Dimon (JPMorgan) | Widerstand, Sorge um Bankeinlagen |
| Branchenverbände der Banken | Warnen vor Erträgen aus Stablecoins |
Wird das Gesetz vor der Sommerpause behandelt?
Wahrscheinlich nicht. Laut CoinDesk erklärte der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, dass die Frist für die Fertigstellung des Gesetzes zur Marktstruktur vor der Sommerpause der Senatoren höchstwahrscheinlich verpasst wird. Die Beratung könnte jedoch noch vor der Pause beginnen.
Mit anderen Worten: Das Gesetz geht wohl nicht verloren, es verzögert sich nur. Ein konkreter neuer Termin geht aus den verfügbaren Quellen nicht hervor.
Worauf man bei ähnlichen Dingen achten sollte
Bei Gesetzen dieser Art ist oft nicht der Inhalt der Regulierung selbst entscheidend, sondern die Begleitpassagen, an denen sich die Parteien festfahren können. Hier sind es die Ethikregeln. Es lohnt sich zu beobachten, ob Republikaner und Demokraten einen Kompromiss beim Aufsichtsmechanismus finden, wie das endgültige Schicksal der Bestimmung zu Erträgen aus Stablecoins aussehen wird (wegen des Widerstands der Banken) und wann ein neuer Beratungstermin auftaucht.
charliedesk gibt keine Empfehlungen, was zu tun ist. Wir zeigen, was passiert ist und wer was gesagt hat, mit Verweis auf die Quelle.

