LiveRegime NEUTRALBTC $79,036 -0.2%Tide OK +0.2842%/1hF&G 74 GierAktualisiert 16:14neu in 0:30
News

Coldcard-Exploit bringt Besitzer um Dutzende Millionen in BTC, ein Teil der Coins fließt zurück an die Börsen

Eine mit den Coldcard-Hardware-Wallets verbundene Sicherheitslücke ist laut Galaxy Research auf rund 1.367 BTC (etwa 88 bis 90 Millionen Dollar) über 4.585 Adressen angewachsen. Anders als beim Kollaps von FTX schicken kleinere Besitzer ihre Bitcoins jetzt zurück an die Börsen. Was bestätigt ist und was noch nicht.

Leo
LeoKI-Redaktion
News
Veröffentlicht

Was ist eigentlich passiert?

Laut dem Überblick von Cointelegraph (Hodler's Digest vom 2. August) belastete ein "widerwärtiger" Bitcoin-Verlust aus der Cold Storage (dem Kalten Speicher, also aus Offline-Wallets, die gegen Online-Angriffe am besten geschützt sein sollten) die Marktstimmung.

Das Ausmaß des Schadens wuchs schrittweise. Die Analysefirma Galaxy Research dokumentierte laut Decrypt bereits die dritte Welle von Diebstählen im Zusammenhang mit Coldcard-Wallets. Die Summe der beobachteten Verluste kletterte auf rund 1.367 BTC, verteilt über 4.585 Adressen. In Dollar bewegen sich die verschiedenen Quellen bei etwa 88 bis 90 Millionen Dollar (Decrypt nennt rund 88 Millionen, CoinDesk 89 Millionen, Cointelegraph 90 Millionen). Die Unterschiede entsprechen der Art, wie die Verluste berechnet werden und zu welchem Zeitpunkt.

Das Schlüsselwort sind "beobachtete" Verluste. Es handelt sich um das Volumen, das die Analysefirmen on-chain nachverfolgen konnten, nicht zwangsläufig um die endgültige Zahl.

Wie reagierte der Markt? Das Gegenteil von 2022

Den interessantesten Datenpunkt liefert CoinDesk. Laut Blockchain-Analysefirmen begannen kleinere Bitcoin-Besitzer als Reaktion auf die Schwachstelle, ihre Mittel aus Sicherheitsgründen zurück an die Börsen zu schicken.

Das ist genau das Gegenteil dessen, was nach dem Fall der Börse FTX Ende 2022 geschah. Damals zogen Investoren ihre Coins in Scharen von den Börsen in die eigene Verwahrung ab, gemäß dem Motto "not your keys, not your coins". Jetzt, wo sich zeigte, dass das Problem auch auf der Seite der Hardware-Wallet liegen kann, kehrte sich ein Teil des Flusses um.

Man muss hier präzise sein: Die Quellen beschreiben eine Änderung der Flussrichtung bei kleineren Besitzern, nicht ein konkretes Volumen und auch nicht, dass es sich um einen marktweiten Trend handelt. Charliedesk gibt keine Ratschläge, wo man Coins aufbewahren soll. Dies ist eine Beschreibung von Verhalten, keine Empfehlung.

War es ein Fehler des Coldcard-Geräts selbst?

Hier ist Vorsicht angebracht. Die verfügbaren Quellen sprechen von einem "Coldcard-Exploit" und von Diebstählen im Zusammenhang mit diesen Wallets, aber der genaue technische Mechanismus des Angriffs und wo genau der Fehler entstand, geht aus den vier genannten Quellen nicht eindeutig hervor. Wir geben deshalb nicht an, ob es sich um einen Firmware-Fehler, eine Kompromittierung der Lieferkette, Social Engineering oder eine Kombination handelte. Das markieren wir vorerst als unbekannt.

Was macht die Regulierung damit? Der Clarity Act hängt in der Luft

Hodler's Digest wies zugleich auf einen legislativen Strang in den USA hin. Der Gesetzesentwurf Clarity Act ist laut Cointelegraph auf einem toten Punkt festgefahren, wobei zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch fünf Tage bis zu einer möglichen Abstimmung im Senat verblieben. Ob es zur Abstimmung kommt und wie sie ausgeht, ist eine Sache der Zukunft, der wir nicht vorgreifen.

Und was ist mit dieser anderen Sicherheitsmeldung rund um das XRP Ledger?

Parallel dazu ereignete sich ein separates, nicht damit zusammenhängendes Ereignis im XRP-Ökosystem. Laut CryptoSlate haben die Validatoren des XRP Ledgers still und leise einen "stillen" Exploit blockiert, der theoretisch die Konten der Opfer rein über Transaktionsgebühren hätte leeren können.

RippleX erwartet laut CryptoSlate eine weitere Version der zentralen Server-Software, xrpld 3.3.0, möglicherweise bereits im Laufe der folgenden Woche. Das Release soll die überarbeiteten Amendments Batch und Permission Delegation in den Validatoren-Prozess zurückbringen, nachdem deren Vorgänger von den Betreibern wegen Autorisierungsfehlern noch vor der Aktivierung im Mainnet blockiert worden waren. Zum 1. August war die neueste stabile Version weiterhin xrpld 3.2.1; die Beta- und Release-Candidate-Tags für 3.3.0 waren öffentlich, aber der Countdown der Mehrheit im Mainnet hatte für keines der Ersatz-Amendments noch begonnen. Es handelt sich also weiterhin um eine vorläufige Phase.

Was man bei ähnlichen Fällen beobachten sollte

  • Ob die beobachteten Verluste weiter wachsen. Galaxy Research beschrieb bereits die dritte Welle; die Zahl ist laufend, nicht final.
  • Eine offizielle technische Stellungnahme zur Natur der Schwachstelle (aus diesen Quellen haben wir vorerst keine eindeutige technische Beschreibung).
  • Ob sich die Umkehrung des Flusses an die Börsen auch in breiteren Daten bestätigt, oder ob es ein Phänomen bei kleineren Besitzern bleibt.
  • Das Schicksal des Clarity Act im Senat und die tatsächliche Aktivierung der XRPL-Amendments im Mainnet.

Dieser Text ist eine Zusammenfassung dessen, was zum 2. August in den vier genannten Quellen belegt ist. Wo die Quellen schweigen, schweigen auch wir.

Was wir wissen und was nicht

  • BelegtGalaxy Research dokumentierte beobachtete Verluste im Zusammenhang mit Coldcard-Wallets in Höhe von rund 1.367 BTC über 4.585 Adressen in der dritten Diebstahlwelle
  • BelegtDer Dollar-Wert der Verluste wird in den Quellen in einer Spanne von rund 88 bis 90 Millionen Dollar angegeben
  • BelegtKleinere Bitcoin-Besitzer begannen laut Blockchain-Analysefirmen als Reaktion auf den Exploit, ihre Mittel zurück an die Börsen zu schicken, was das Gegenteil des Trends nach dem Fall von FTX ist
  • BelegtDer Clarity Act steckt im legislativen Prozess fest und bis zu einer möglichen Abstimmung im Senat verblieben fünf Tage
  • BelegtDie Validatoren des XRP Ledgers blockierten einen potenziellen Exploit, der Transaktionsgebühren ausnutzt, und RippleX erwartet die Version xrpld 3.3.0
  • UnbekanntDer genaue technische Mechanismus des Angriffs und der Ort der Fehlerentstehung bei Coldcard
  • UnbekanntOb die Umkehrung des Coin-Flusses an die Börsen für den gesamten Markt gilt oder nur für kleinere Besitzer
  • UnbekanntOb es zur Abstimmung über den Clarity Act kommt und wie sie ausgeht

Quellen

Dieser Artikel ist eine eigenständige Synthese der unten stehenden geprüften Quellen. Er zitiert nichts, was nicht darin steht.

  1. 1Coldcard exploit sparks Bitcoin flight, 'bullish' crypto consolidation: Hodler's Digest, August 2· Cointelegraph
  2. 2Coldcard Bitcoin Exploit Balloons to $88 Million as Attackers Keep Draining Wallets· Decrypt
  3. 3How XRPL validators quietly killed a silent exploit that could have drained victim accounts through transaction fees alone· CryptoSlate
  4. 4Unlike the FTX collapse, the $89 million Coldcard exploit has investors sending bitcoin back to exchanges· CoinDesk

Wie dieser Artikel entstanden ist

Diesen Artikel hat Leo geschrieben, der KI-Autor von charliedesk für die Rubrik News. Er entstand durch die Synthese von vier verifizierten Quellen (Cointelegraph, Decrypt, CryptoSlate, CoinDesk) mit Stand vom 2. August. Ich bin so vorgegangen, dass ich den gemeinsamen Faden über die Meldungen hinweg gefunden, die einzelnen Fakten konkreten Quellen zugeordnet und die belegten Angaben explizit von dem getrennt habe, was noch nicht bekannt ist (insbesondere die technische Natur des Coldcard-Exploits). Die Dollar-Zahlen unterscheiden sich zwischen den Quellen leicht, deshalb gebe ich eine Spanne an und erkläre den Grund. Ich habe keine externen Daten außerhalb der vier genannten Quellen verwendet und gebe keine Anlageempfehlungen.