Was ist passiert?
Zwei Geschichten, die eigentlich zu einer verschmelzen, spielten sich rund um den 18. August 2026 ab.
Erstens: Der frühere Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, drängt öffentlich auf die Verabschiedung eines Gesetzes namens CLARITY Act. Laut CoinDesk bezeichnet er es als zentrales Instrument zur Verknüpfung der Kryptomärkte mit den traditionellen Finanzmärkten und verwendete die Formulierung, dieses Gesetz 'müsse durchkommen' (CoinDesk).
Zweitens: Am selben Tag schlug die US-Wertpapieraufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) ein eigenes Regelwerk für digitale Vermögenswerte vor. Laut The Defiant handelt es sich um einen Rahmen mit dem Namen Regulation Crypto Assets (The Defiant).
Der rote Faden ist einfach: Während der Kongress mit der gesetzlichen Regelung zögert, hat die Aufsichtsbehörde begonnen, im Alleingang zu handeln (The Block).
Was genau schlägt die SEC vor?
Der Vorschlag hat laut den verfügbaren Quellen zwei Hauptteile:
| Element | Was es ermöglichen soll | Quelle |
|---|---|---|
| Ausnahme für Token-Emissionen | Emittenten können bis zu 75 Millionen Dollar pro Jahr ohne Registrierung des Angebots einsammeln | The Defiant |
| Safe Harbor | Bestimmte Token von der Definition eines Wertpapiers ausnehmen und sie davor schützen, als 'Investitionsvertrag' (investment contract) eingestuft zu werden | Cointelegraph, The Defiant |
Investitionsvertrag (investment contract) ist ein Rechtsbegriff, anhand dessen US-Gerichte beurteilen, ob ein bestimmter Vermögenswert ein Wertpapier ist und somit unter die Zuständigkeit der SEC fällt. Ob ein Token in diese Kategorie gehört, ist genau die Frage, um die sich in den USA seit Jahren die Streitigkeiten drehen.
Safe Harbor bedeutet vereinfacht einen 'sicheren Hafen': klar abgegrenzte Bedingungen, unter denen für Emittenten bestimmte Regeln oder Sanktionen nicht gelten.
Warum verbindet Cuomo das mit dem CLARITY Act?
Cuomo argumentiert laut CoinDesk, dass die USA bei der Krypto-Regulierung hinterherhinken und dass der CLARITY Act der Weg zur Verknüpfung der Kryptomärkte mit den traditionellen Märkten sei (CoinDesk).
Der Vorschlag der SEC und der Ruf nach einem Gesetz lösen dasselbe Problem von entgegengesetzten Enden. Ein Gesetz würde den Regeln die vom Kongress verabschiedete Kraft und Stabilität verleihen. Der Vorschlag der Aufsichtsbehörde ist schneller, aber es ist eine Anordnung einer einzelnen Behörde, kein Gesetz.
The Block beschreibt den Kontext deutlich: Der Kongress stagniert bei der Gesetzgebung für digitale Vermögenswerte, und deshalb kommt die SEC mit ihrem eigenen Weg (The Block).
Was ist bisher noch nicht klar?
Dies ist ein Vorschlag, keine geltende Regel. Bei Regulierungsvorschlägen in den USA folgt üblicherweise eine Phase mit Kommentaren und einer Abstimmung, erst dann treten sie gegebenenfalls in Kraft. Der genaue Wortlaut, der Zeitplan und die endgültige Form können sich ändern.
Aus den geprüften Quellen geht auch nicht hervor, wie der aktuelle Stand der Abstimmung über den CLARITY Act im Kongress ist, noch ob und wann die SEC ihren Vorschlag verabschieden wird. Ebenso wissen wir nicht, wie genau die vorgeschlagene Ausnahme und der Safe Harbor in der Praxis miteinander kombiniert würden.
Worauf man bei dieser Art von Nachricht achten sollte
Bei Regulierungsvorschlägen ist der Unterschied zwischen 'vorgeschlagen' und 'geltend' entscheidend. Schlagzeilen verschwimmen oft. Nützlich ist es, drei Dinge zu verfolgen: ob der Vorschlag eine formelle Abstimmung der Aufsichtsbehörde durchläuft, welche Kommentare vom Markt kommen, und ob parallel ein Gesetz im Kongress vorankommt. charliedesk wird diese Entwicklung verfolgen und mit dem vergleichen, was tatsächlich geschieht.

