Was ist passiert?
Die Ethereum Foundation hat den Schutz des Netzwerks vor Quantencomputern an die erste Stelle ihres Entwicklungsplans gesetzt. Laut CryptoSlate erklärte die Protokollgruppe der Foundation am 7. September, dass das Ziel darin bestehe, die Quantenresistenz des Netzwerks bis Dezember 2029 sicherzustellen. CoinDesk (8. September) beschreibt die Logik folgendermaßen: Das Netzwerk soll geschützt sein, bevor realistischerweise ein Quantencomputer erscheinen könnte, der in der Lage wäre, die heutige Kryptografie zu brechen, und die kommenden Upgrades sollen genau nach diesem Zeitplan bewertet werden.
Quantenresistenz (quantum resistance) bedeutet den Übergang zu kryptografischen Verfahren, die auch ein leistungsstarker Quantencomputer nicht brechen könnte. Das heutige Signaturschema, das Konten und Transaktionen schützt, ist theoretisch gegenüber einer ausreichend fortgeschrittenen Quantenmaschine verwundbar.
Wie fest steht die Frist 2029?
Laut CryptoSlate erklärte die Protokollgruppe, dass die Frist zumindest bis zur für Januar geplanten Überprüfung mit externen Fachleuten nicht verhandelbar bleibe. Mit anderen Worten: Die Frist gilt, aber es gibt einen offen geplanten Zeitpunkt, zu dem unabhängige Experten sie prüfen werden. Das ist eine wichtige Unterscheidung. Es ist keine unwiderrufliche Entscheidung für immer, sondern eine Arbeitsfrist mit geplanter Kontrolle.
Warum ändert das, was als Nächstes gebaut wird?
Hier liegt der Kern der Geschichte. Laut CryptoSlate beginnt die Frist einzuschränken, was Ethereum überhaupt in die nächsten Upgrades aufnehmen kann. Optionale Funktionen geraten in direkte Konkurrenz zu der Ingenieursarbeit, die nötig ist, um die Ausführungs-, Konsens- und Datenschicht des Netzwerks zu härten.
Dieser Kompromiss zeigt sich laut CryptoSlate beim Upgrade mit dem Arbeitsnamen Hegotá, das nach dem Upgrade Glamsterdam geplant ist. Zu seinen geschützten Prioritäten wird FOCIL genannt. Die genaue und vollständige Liste der geschützten Funktionen von Hegotá konnten wir aus den verfügbaren Quellen nicht vollständig verifizieren, deshalb führen wir sie hier nicht als abgeschlossen an.
Wie werden Entwicklervorschläge neu bewertet?
Ein gemeinsamer roter Faden der tschechischen und slowakischen Berichterstattung (Kryptonovinky.cz und Kryptonovinky.sk) ist eine neue Art, EIP-Vorschläge für das Upgrade Hegotá zu bewerten. Hier die genannten Zahlen:
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Anzahl der bewerteten EIP-Vorschläge | 62 |
| Beteiligte Experten | etwa 60 |
| Anzahl der Teams | 9 |
| Insgesamt vergebene Bewertungen | 397 |
EIP (Ethereum Improvement Proposal) ist ein formaler Vorschlag für eine Protokolländerung. Laut Kryptonovinky.sk handelt es sich um den allerersten Fall, in dem Entwickler einen Fork "mit einer Stimme" bewerten, also eine gemeinsame Position innerhalb einer einzigen Rangliste ausdrücken. Kryptonovinky.cz beschreibt das System als revolutionäre Möglichkeit, den Entwicklern eine gemeinsame Meinung zu einem Fork zu ermöglichen.
Was bedeutet das praktisch?
Dezember 2029 fungiert bislang als organisatorischer Ankerpunkt. Er zwingt das Protokollteam dazu, Prioritäten zu ordnen und offen zu sagen, dass Sicherheitsarbeit Vorrang vor Zusatzfunktionen hat. Zugleich ist in den Plan die Januar-Überprüfung mit externen Experten eingebaut, sodass sich später verifizieren lässt, ob die Frist Bestand hatte oder verschoben wurde.
Worauf sollte man bei dieser Art von Nachrichten achten?
Roadmaps und Fristen wurden bei Ethereum historisch verschoben. Die Frist ist jetzt als fest deklariert, aber mit eingebauter Überprüfung. Der Unterschied zwischen einem "nicht verhandelbaren Ziel" und einem "tatsächlich eingesetzten quantenresistenten Netzwerk" ist groß und wird anhand der konkret eingesetzten Upgrades zu beurteilen sein, nicht anhand von Erklärungen. charliedesk notiert sich diese Frist und wird sie im Januar mit dem vergleichen, was die Experten sagen.

