Was ist gerade passiert?
Evernorth Holdings, ein Unternehmen, das eine Treasury (Unternehmenskasse) in der Kryptowährung XRP aufbaut und mit Ripple in Verbindung gebracht wird, hat von der US-Börsenaufsicht (SEC) grünes Licht für die Unterlagen zu seiner Fusion erhalten. Laut CoinDesk und Decrypt hat die SEC damit den Weg für die Aktionärsabstimmung freigemacht, die für den 30. September angesetzt ist.
Abstimmen werden die Aktionäre der Armada Acquisition Corp. II, einer sogenannten SPAC (Special Purpose Acquisition Company, also einer Akquisitionsgesellschaft für einen speziellen Zweck bzw. einer "leeren Hülle", die zur Übernahme eines anderen Unternehmens bestimmt ist). Sollten sie die Fusion genehmigen, soll Evernorth an der Börse Nasdaq unter dem Ticker XRPN erscheinen. Diese Information stammt von CoinDesk.
Warum ist von "einer einzigen Kennzahl" die Rede?
CryptoSlate beschreibt, dass sich die gesamte Strategie von Evernorth um eine einzige Kennzahl dreht: XRP pro Aktie. Dabei geht es darum, wie viel XRP auf eine Aktie des Unternehmens entfällt. Ziel soll das Wachstum dieses Wertes im Laufe der Zeit sein.
Diese Logik ist bei Treasury-Unternehmen üblich: Die Gesellschaft hält einen bestimmten Vermögenswert, und Investoren beobachten, ob der Anteil des Vermögenswerts pro Aktie steigt oder verwässert. Ob es Evernorth gelingt, diese Kennzahl langfristig zu steigern, ist derzeit eine offene Frage und lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht vorhersagen.
Wie viele Aktien würde die neue Struktur ermöglichen?
Laut einer Einreichung bei der SEC, über die CryptoSlate berichtet, würde die vorgeschlagene Gründungsurkunde Folgendes genehmigen:
| Aktientyp | Anzahl |
|---|---|
| Class A | 7,4 Milliarden |
| Class B | 100 Millionen |
| Class C | 2,4 Milliarden |
| Vorzugsaktien | 100 Millionen |
| Gesamt | bis zu 10 Milliarden |
Die Transaktion selbst deckt dabei nur rund 34,5 Millionen Class-A-Aktien und 11,5 Millionen Warrants (Optionsscheine zum Aktienkauf) ab. Das bedeutet, dass Evernorth laut CryptoSlate eine erhebliche ungenutzte Kapazität für künftige Aktienemissionen verbleibt.
Was das Unternehmen mit dieser Kapazität tun wird, geben die Quellen nicht an. Eine große genehmigte Kapazität bedeutet für sich genommen nicht, dass die Aktien tatsächlich ausgegeben werden.
In welcher Position befindet sich die XRP-Kasse des Unternehmens?
Decrypt weist auf ein wichtiges Detail hin: Nach seinen Erkenntnissen hält Evernorth XRP, dessen aktueller Wert unter dem Preis liegt, zu dem das Unternehmen die Token erworben hat. Mit anderen Worten, die Position war zum Zeitpunkt der Erstellung gegenüber dem Kaufpreis im Minus.
Genaue Zahlen zur Größe der Kasse und zum durchschnittlichen Kaufpreis sind aus den verfügbaren Quellen nicht detailliert überprüfbar, weshalb wir sie nicht als Fakt anführen.
Was ist daran historisch?
Das polnische Portal BitHub.pl rahmt den Schritt als potenziell wegweisenden Moment für XRP am regulierten US-Markt ein, da es sich um ein börsennotiertes Unternehmen handeln würde, das an diesen Token gebunden ist. Ob das Listing tatsächlich zustande kommt, hängt jedoch von der Abstimmung am 30. September ab. Die SEC hat die Unterlagen genehmigt, die eigentliche Entscheidung liegt aber in den Händen der Aktionäre.
Worauf sollte man bei dieser Art von Geschichte achten?
Ohne jegliche Empfehlung zum Kauf oder Verkauf: Bei Treasury-Unternehmen dieses Typs sind meist drei Dinge entscheidend, die sich später gegen die Realität überprüfen lassen.
- Das Ergebnis der Abstimmung am 30. September. Entweder geht die Fusion durch oder nicht.
- Die tatsächliche Nutzung der genehmigten Aktienkapazität. 10 Milliarden sind eine Obergrenze, kein Plan.
- Die Entwicklung der Kennzahl XRP pro Aktie nach einem etwaigen Listing, also ob der XRP-Anteil pro Aktie steigt oder verwässert.
Sobald diese Punkte bekannt sind, kommen wir darauf zurück und vergleichen sie mit dem, was heute bekannt ist.

