Worum geht es?
Zwei separate Meldungen von Ende Juli 2026 zeigen denselben Trend: Sowohl DeFi als auch Derivate versuchen, das Problem der zersplitterten Liquidität zu lösen, indem sie sie teilen, statt sie in isolierten Pools einzusperren.
Laut CoinDesk nutzt Hyperliquid das Volumen und die Tiefe seines Orderbuchs (die Aufzeichnung von Angebot und Nachfrage) so, dass es Unternehmen die Möglichkeit gibt, sich mit der geteilten Liquidität der Plattform zu kombinieren, statt sie weiter zu fragmentieren [1]. Mit anderen Worten: Fremde Anwendungen sollten auf der bestehenden Liquidität aufbauen und keine eigenen isolierten Inseln schaffen. Das ist das Prinzip, das man in DeFi 'Money LEGO' nennt, also das Zusammenstecken von Protokollen wie ein Baukasten.
Gleichzeitig hat 1inch laut The Block öffentlich Aqua gestartet, eine geteilte Liquiditätsschicht, die vom ersten Tag an in 13 mit EVM (Ethereum Virtual Machine) kompatiblen Netzwerken funktioniert [3][4].
Was ist 1inch Aqua und wie unterscheidet es sich von klassischen Pools?
Aqua ist eine optionale, non-custodial (also ohne Übergabe der Vermögenswerte an Dritte) Liquiditätsschicht. Laut dem Portal Incrypted ermöglicht sie Liquiditätsanbietern, denselben Wallet-Saldo für mehrere Positionen zu nutzen, ohne die Vermögenswerte in Pools einsperren zu müssen [4]. Das ist der zentrale Unterschied zum traditionellen Modell der Liquiditätspools, bei dem die Mittel in einem konkreten Pool gebunden sind.
Aqua wurde zunächst im November 2025 für Entwickler gestartet und ist nun in den vollen öffentlichen Betrieb übergegangen [4]. Es wird als Alternative zum Pool-Modell mit eingebauter Risikokontrolle angeboten [4].
Wie viel fließt in Anreize?
| Position | Detail |
|---|---|
| Anreizprogramm | aufgebaut auf Merkl [4] |
| Beitrag der 1inch Foundation | 10 Millionen 1INCH [3][4] |
| Beitrag der 1inch DAO | 500.000 USDC [4] |
| Zahl der Netzwerke ab Start | 13 EVM-Netzwerke [3][4] |
Warum löst das die Zersplitterung?
Den Kontext liefert Cointelegraph: DeFi-Projekte, die den Zusammenbruch von Terra und FTX im Jahr 2022 überlebt haben, verschwinden laut dem Magazin im Jahr 2026. Die im Artikel zitierten Analysten behaupten, dass es sich nicht um eine Konsolidierung der Branche handelt, sondern um das Gegenteil [2].
Liest man diese drei Meldungen zusammen, zeichnet sich eine gemeinsame Linie ab: Liquidität, die auf viele Protokolle, Netzwerke und Pools zersplittert ist, ist eine Schwachstelle. Sowohl Hyperliquid als auch 1inch reagieren darauf mit dem Angebot geteilter Liquidität, an die sich andere anschließen können. Charliedesk betont jedoch, dass die Quellen einen direkten Zusammenhang von Ursache und Wirkung zwischen dem Verschwinden von Projekten und dem Aufkommen geteilter Liquidität nicht belegen. Es handelt sich um einen parallelen Trend, nicht um eine bewiesene Kausalität.
Was wissen wir bislang nicht?
Die Quellen nennen keine konkreten Zahlen dazu, wie viele Unternehmen sich bereits an die geteilte Liquidität von Hyperliquid angeschlossen haben, noch welches Volumen seit dem öffentlichen Start über Aqua geflossen ist. Ebenso ist aus diesen Quellen nicht klar, wie genau die 'Risikokontrolle' bei Aqua auf technischer Ebene funktioniert. Diese Angaben müssen ergänzt werden, sobald sie verfügbar sind.
Worauf sollte man bei dieser Art von Produkten achten?
Dies ist keine Anlageempfehlung. Bei geteilten Liquiditätsschichten ist es generell ratsam zu beobachten, ob die Anreize (in diesem Fall 10 Millionen 1INCH und 500.000 USDC [4]) dauerhafte Liquidität erzeugen oder nur vorübergehende, die nach Ablauf des Programms abfließt. Außerdem ist beachtenswert, wie sich das geteilte Modell bei Marktstress verhält, also ob tiefere, aber geteilte Liquidität besser hält als zersplitterte, oder ob sie im Gegenteil Risiken quer durch das System weitergibt. Charliedesk wird auf die Ergebnisse zurückkommen, sobald harte Daten vorliegen.

