Was ist passiert?
Das Portal CryptoSlate beschrieb eine Datenanalyse der Blockchain-Analysefirma Bitquery, wonach in der FOMO-App auf dem Solana-Netzwerk nach Abzug der Gebühren nur etwa 10 % der Wallets profitabel waren. Die Daten decken eine Nutzerkohorte für den Zeitraum Januar bis Oktober 2026 ab.
Die zentrale Erkenntnis hat zwei Ebenen:
- Die App-Gebühren löschten knappe Gewinne bei einem Teil der Nutzer. Laut den von CryptoSlate zitierten Daten brachten die erfassten Gebühren 32 % der Wallets um ihren Plus, die vor den Gebühren noch im Gewinn waren.
- Den größeren Anteil der Verluste verursachten jedoch nicht die Gebühren, sondern der Handel mit Token selbst. Mit anderen Worten: Die Gebühren waren der letzte Schlag bei Grenzfällen, die Hauptursache der Verluste war der Handel selbst.
Was bedeutet "nach Gebühren" genau?
Der Unterschied zwischen dem Ergebnis vor Gebühren und nach Gebühren ist hier entscheidend. "Vor Gebühren" misst nur, ob ein Nutzer an der Kursbewegung der Token verdient oder verloren hat. "Nach Gebühren" zieht von diesem Ergebnis die Kosten ab, die die App berechnet.
Die Zahl von 32 % beschreibt eine schmale Gruppe: Nutzer, die nur knapp im Plus waren und von den Gebühren ins Minus gedrückt wurden. Die überwältigende Mehrheit der verlustreichen Wallets wäre dagegen auch ohne Gebühren im Minus gewesen, weil sie direkt beim Handel verloren hat.
Was daraus folgt und was nicht
Das ist genau der Typ von Daten, den man vorsichtig lesen sollte. Er sagt nicht, dass "nur die Gebühren" an den Verlusten der Nutzer schuld sind. Er sagt das Gegenteil: Die Gebühren waren nur bei einer kleinen Gruppe von Grenzkonten ausschlaggebend, während der Rest beim Handel selbst verlor.
Bei ähnlichen Statistiken zur Profitabilität von Wallets lohnt es sich, auf drei Dinge zu achten:
- Wie Profitabilität definiert ist (realisierter Gewinn, unrealisierter, oder beides).
- Welchen Zeitraum die Kohorte abdeckt und ob sie Marktextreme einschließt.
- Ob alle Kosten in die Berechnung einbezogen sind (App-Gebühren, Netzwerkgebühren, Slippage).
Das ist keine Handlungsempfehlung. Es ist eine Erinnerung daran, dass die Handelskosten und das Handelsergebnis zwei verschiedene Dinge sind und getrennt werden müssen.
Hängt das mit der Expansion von Polygon auf Solana zusammen?
Kurz: nicht direkt. In derselben Woche berichteten Decrypt, The Block und Cointelegraph darüber, dass Polygon seinen Payment-Stack (Open Money Stack) auf Solana erweitert hat. Laut diesen Quellen gibt die Erweiterung Firmen auf Solana eine einzige Integration, die Bankenfinanzierung, eingebettete Wallets, Cross-Chain-Transfers und globale Auszahlungen verbindet. Zu den ersten Nutzern gehört laut Decrypt die grenzüberschreitende Firma Kira, und der Schritt knüpft laut Cointelegraph an den früheren Start der Unterstützung für Tron und die Akquisition von Coinme an.
Es handelt sich jedoch um eine eigenständige Nachricht aus dem Solana-Ökosystem, nicht um einen Teil der FOMO-Analyse. Verbunden sind sie nur dadurch, dass beide Solana betreffen. Keine der Quellen behauptet, dass beide Ereignisse direkt zusammenhängen würden.
Was unklar bleibt
Die veröffentlichten Daten nennen weder die genaue Methodik von Bitquery noch die Gesamtzahl der Wallets in der Kohorte oder wie FOMO seine Gebühren genau strukturiert. Wir kennen auch nicht die Verteilung der Kontengrößen. Solange diese Details nicht öffentlich sind, ist die Zahl von 10 % ein nützliches Signal, kein endgültiges Urteil.

