Was ist passiert?
Zwei Meldungen über dieselbe Plattform sind am selben Tag, dem 31. August 2026, eingeschlagen, und zusammen ergeben sie einen unangenehmen Kontrast.
Erstens: Laut Blockchain-Daten, die CoinDesk geprüft hat, haben Wallets, die mit der nordkoreanischen Lazarus Group in Verbindung stehen, in den vergangenen drei Wochen auf der dezentralen Börse Hyperliquid Bitcoin im Wert von über 30 Millionen Dollar verkauft. Lazarus ist eine Hackergruppe, die mit dem nordkoreanischen Regime in Verbindung gebracht wird und seit langem bei den größten Krypto-Diebstählen eine Rolle spielt.
Zweitens: Laut Bloomberg, worauf sich The Defiant, The Block und Decrypt beriefen, befindet sich Hyperliquid Labs in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Payward, der Muttergesellschaft der Börse Kraken, darüber, wie man die eigenen Perpetual Futures amerikanischen Händlern zugänglich machen kann. Die Meldung erschien einige Wochen, nachdem Donald Trump gesagt hatte, seine Regierung arbeite daran, die Plattform "onshore" zu holen, also unter US-Jurisdiktion.
Was ist Hyperliquid und was sind Perpetual Futures?
Hyperliquid ist eine dezentrale Börse (DEX), die auf den Handel mit Derivaten spezialisiert ist. Perpetual Futures (Perps) sind Kontrakte, die es ermöglichen, mit Hebel auf den Preis eines Vermögenswerts zu wetten, und die kein Verfallsdatum haben. In den USA sind Perps für Retail-Händler stark reguliert, weshalb ein möglicher Eintritt von Hyperliquid in den USA eine regulatorische Genehmigung erfordert.
Wie soll der Eintritt in die USA funktionieren?
Laut Bloomberg, so wie es die einzelnen Quellen zusammengefasst haben, würde ein möglicher Deal die Perpetual Futures von Hyperliquid über Bitnomial leiten, eine in den USA regulierte Plattform im Besitz von Payward. Es wäre der erste Eintritt von Hyperliquid in den US-Markt.
The Block ergänzt, dass Payward der CFTC (der US-Regulierungsbehörde für Warenderivate) bereits einen Entwurf der vorgeschlagenen Struktur vorgelegt haben soll, die Genehmigung aber noch aussteht. The Defiant betont, dass die ganze Sache weiterhin von der regulatorischen Zustimmung abhängt und dass Bloomberg Personen zitiert hat, die nicht befugt waren, sich zu der Sache zu äußern.
| Element | Was wir wissen | Quelle |
|---|---|---|
| Verkaufsvolumen Lazarus | über 30 Mio. USD in BTC in drei Wochen | CoinDesk |
| Partner für den US-Eintritt | Payward (Muttergesellschaft von Kraken) | Bloomberg via The Defiant, The Block, Decrypt |
| Weg in den Markt | über das regulierte Bitnomial | Decrypt |
| Stand bei der Regulierungsbehörde | Entwurf bei der CFTC eingereicht, Genehmigung steht aus | The Block |
| Politischer Kontext | Trump sagte, er bemühe sich um einen Eintritt der Plattform in die USA | Decrypt |
Hängen diese beiden Dinge zusammen?
Nicht direkt, und es ist wichtig, das nicht zu verwechseln. Es handelt sich um zwei getrennte Erkenntnisse über dieselbe Plattform, die zufällig am selben Tag erschienen sind. Die Quellen behaupten nirgends, dass die Aktivität von Lazarus in irgendeiner Weise mit den Verhandlungen über den US-Eintritt zusammenhängt, noch dass Hyperliquid von den Geldbewegungen wusste oder sie ermöglichte.
Was sachlich belegt ist, ist die zeitliche Überschneidung: Die Plattform, über die laut Daten sanktioniertes Kapital der nordkoreanischen Gruppe fließt, bemüht sich zugleich um den Eintritt in den am stärksten regulierten Markt der Welt, und das mit politischer Unterstützung aus dem Weißen Haus.
Was wissen wir noch nicht?
- Ob und wann die CFTC die vorgeschlagene Struktur genehmigt. Die Quellen geben an, dass die Genehmigung bislang nur im Prozess ist.
- Die genauen Bedingungen des Deals zwischen Hyperliquid Labs und Payward. Die Verhandlungen sind laut Bloomberg "fortgeschritten", die Details sind aber nicht bestätigt.
- Wie (und ob) die Betreiber von Hyperliquid oder Payward auf die Erkenntnisse über die mit Lazarus verbundenen Geldbewegungen reagieren werden. Eine öffentliche Stellungnahme zu diesem konkreten Punkt liegt uns nicht vor.
- Wie hoch der Gesamtbetrag ist, den Lazarus über die Plattform über einen längeren Zeitraum verschoben hat. CoinDesk nennt eine konkrete Zahl nur für die vergangenen drei Wochen.
Worauf sollte man bei Meldungen dieser Art achten?
Bei dezentralen Börsen gilt, dass "Dezentralisierung" nicht zwangsläufig das Fehlen von Compliance-Risiken bedeutet, und umgekehrt bedeutet der Eintritt in einen regulierten Markt (etwa über die CFTC) eine strengere Aufsicht über KYC und Sanktionen. Beobachtbare Größen für die Zukunft sind: die offizielle Entscheidung der CFTC, eine mögliche Stellungnahme von Hyperliquid oder Payward zu den Lazarus-Bewegungen und die Frage, ob weitere On-Chain-Daten auftauchen, die den Umfang der Aktivität bestätigen oder präzisieren.

