Was genau ist passiert?
Die US-Spot-ETFs (börsengehandelte Fonds) auf Bitcoin und Ethereum verzeichneten ihren stärksten wöchentlichen Kapitalzufluss seit April. Laut Daten der Plattform SoSoValue, auf die sich CryptoSlate bezieht, erhielten die Spot-Bitcoin-ETFs in der Woche bis zum 7. August 853,54 Millionen Dollar. Das ist ihr höchster Zufluss seit fast vier Monaten.
The Block berichtet, dass der wöchentliche Zufluss nach Zusammenrechnung der Bitcoin- und Ether-Fonds trotz niedriger Handelsvolumen rund 1,1 Milliarden Dollar erreichte. Cointelegraph ordnete das Ergebnis der Bitcoin-Fonds als das drittstärkste seit Oktober ein.
Wie viel Geld floss zu und wann?
Laut CryptoSlate verzeichneten die Bitcoin-ETFs in jeder Handelssitzung der Woche Zuflüsse. Die Verteilung über die Woche sah so aus:
| Tag | Zufluss in Spot-BTC-ETFs |
|---|---|
| Montag | 170,09 Mio. USD |
| Dienstag | 211,49 Mio. USD |
| Mittwoch | 244,42 Mio. USD |
| Rest der Woche | Nachfrage ließ nach |
Wie aus der Tabelle ersichtlich, erreichte das Tempo am Mittwoch seinen Höhepunkt und flachte zum Wochenende hin ab. Die genauen Werte für Donnerstag und Freitag geben die Quellen in dieser aufgeschlüsselten Form nicht an.
Welche Rolle spielte BlackRock?
Laut CryptoSlate stand BlackRock allein hinter etwa 80 Prozent der Zuflüsse, also dessen Fonds IBIT. Das ist eine Konzentration, die es zu beobachten lohnt: Sie bedeutet, dass ein großer Teil der "institutionellen Nachfrage" über einen einzigen Emittenten läuft. Die genauen Dollar-Aufschlüsselungen zwischen den einzelnen Fonds schlüsseln die Quellen in diesem Artikel nicht im Detail auf.
Hängt der Zufluss mit dem Hack der Coldcard-Wallet zusammen?
Hier ist es nötig, Fakt von Vermutung zu trennen. Bloomberg-Analyst Eric Balchunas brachte den Zufluss laut The Block mit dem Exploit der Coldcard-Wallet in Verbindung und merkte an, dass mehrere Bitcoin-Fonds seit diesem Vorfall jeden Tag Zuflüsse verzeichneten.
Dabei handelt es sich allerdings um die Interpretation eines anerkannten Analysten, nicht um einen nachgewiesenen kausalen Zusammenhang. Die zeitliche Übereinstimmung (Zuflüsse in regulierte Produkte in einer Zeit, in der sich ein Teil des Marktes mit der Sicherheit der eigenen Schlüsselverwaltung befasste) ist interessant, aber aus den Daten selbst geht nicht hervor, dass das eine das andere verursacht hat.
In dasselbe Bild der Sicherheitsunruhe passt auch die Meldung von Decrypt, wonach eine seit 2011 ruhende Bitcoin-Adresse nach rund 15 Jahren erstmals ihre Coins im Wert von Millionen Dollar bewegte. Einen Zusammenhang mit den ETF-Zuflüssen oder dem Hack belegt jedoch keine der Quellen; es handelt sich um ein eigenständiges On-Chain-Ereignis.
Was lässt sich daraus mitnehmen?
Die Daten zeigen eines klar: Die Nachfrage nach regulierten Krypto-Produkten kehrte in dieser Woche auf das stärkste Niveau seit April zurück. Was die Daten nicht zeigen, ist warum genau. Bei dieser Art von Meldung lohnt es sich, drei Dinge für die Zukunft im Auge zu behalten:
- Hält der Zufluss an oder war es ein einmaliger Sprung? Die täglichen Daten von SoSoValue werden zeigen, ob das Tempo anhält.
- Bleibt die Konzentration bei BlackRock? Ein Anteil von 80 Prozent ist hoch; eine breitere Verteilung auf mehrere Emittenten würde auf eine flächendeckendere Nachfrage hindeuten.
- Bestätigt oder widerlegt sich der Zusammenhang mit dem Coldcard-Hack? Wenn die Zuflüsse auch nach dem Abklingen des Vorfalls anhalten, schwächt sich die Ursachen-Hypothese ab.
Dies ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Es ist eine Aufzeichnung dessen, was laut Quellen geschah, und eine Landkarte dessen, worauf man bei ähnlichen Situationen achten sollte.

