Was genau ist passiert?
StarkWare hat bekannt gegeben, dass im Mainnet von Bitcoin eine Transaktion bestätigt wurde, die auf dem hauseigenen Entwurf mit dem Namen Quantum Safe Bitcoin (QSB), also "quantensicherer Bitcoin", basiert. Laut Unternehmen handelt es sich um die erste experimentelle quantensichere Zahlung (Decrypt, The Defiant).
Entscheidend ist, dass die Transaktion laut StarkWare weder ein Netzwerk-Upgrade noch eine Änderung der Konsensregeln erforderte. Sie nutzte die bestehenden Regeln von Bitcoin (Decrypt, The Defiant).
Der Begriff "quantensicher" bedeutet hier, dass die Transaktion so konstruiert ist, dass sie von einem künftigen, ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer, der theoretisch die heutige Kryptografie brechen könnte, nicht missbraucht werden kann.
Welche überprüfbaren Details gibt es?
| Angabe | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Datum | 26. August | CryptoSlate, The Defiant |
| Block | 964 199 | CryptoSlate, The Defiant |
| Transaktion (gekürzt) | 305a24ff…ab07 | The Defiant |
| Urheber der Konstruktion | Avihu Levy, Forscher bei StarkWare | CryptoSlate |
| Weg in den Block | direkt an den Miner MARA über den Dienst Slipstream | CryptoSlate |
| Werte der Outputs | Kombination aus 39 179 und 10 000 Satoshi | The Defiant (laut Aufzeichnung von Blockstream) |
Satoshi ist die kleinste Einheit von Bitcoin (ein Bitcoin entspricht 100 Millionen Satoshi).
Wie funktioniert das technisch?
Laut CryptoSlate verlagert der Entwurf die kritische Bedingung für das Ausgeben von Geldern weg von Signaturen auf Basis elliptischer Kurven (elliptic-curve signatures) hin zu einer Sicherheit auf Basis von Hashfunktionen (hash-based security).
Warum das wichtig ist: Gerade die Signaturen auf Basis elliptischer Kurven sind jener Teil von Bitcoin, den ein künftiger Quantencomputer theoretisch gefährden könnte. Hashfunktionen gelten gegen diese Art von Angriff als widerstandsfähiger. Die Konstruktion ermöglicht es laut StarkWare also einigen Inhabern, Gelder in eine sicherere Form zu überführen, ohne auf eine Änderung des Protokolls warten zu müssen (CryptoSlate).
Was löst das nicht?
Dies ist kein flächendeckender Schutz für das gesamte Netzwerk. CryptoSlate weist darauf hin, dass etwa 7 Millionen BTC weiterhin dem künftigen Quantenrisiko ausgesetzt bleiben können. Es ist ein Beleg dafür, dass eine Migration für jene möglich ist, die sie aktiv durchführen, nicht aber ein automatischer Schutz für alle.
Parallel dazu wird in der Forschungsgemeinschaft auch die umfassendere Frage der Netzwerkkapazität diskutiert. CoinDesk beschreibt einen Entwurf namens SHRINCS, der es ermöglichen soll, größere, quantensichere Transaktionsfreigaben zu nutzen und dabei mehr Netzwerkkapazität zu erhalten als bestehende Post-Quanten-Signaturentwürfe. Das deutet darauf hin, dass die Suche nach einer langfristigen Lösung noch andauert und sich die einzelnen Ansätze darin unterscheiden, wie viel Platz sie in den Blöcken belegen.
Was wir bisher nicht wissen
Die Bezeichnung "erste quantensichere Transaktion" stammt von StarkWare über das eigene Projekt. Eine unabhängige technische Überprüfung der gesamten Behauptung und ihrer genauen Sicherheitsgarantien über die genannten Quellen hinaus liegt hier nicht vor. Aus den angeführten Quellen geht nicht hervor, wann oder ob ein ähnlicher Ansatz standardisiert oder breit genutzt werden könnte, noch wie aufwendig eine massenhafte Migration von Geldern in der Praxis wäre.
Worauf man bei dieser Art von Nachrichten achten sollte
Ankündigungen dieser Art stammen von jener Seite, die den Entwurf entwickelt hat. Das bedeutet nicht, dass sie unwahr ist (die Transaktion selbst ist in Block 964 199 auffindbar), aber "experimentell" und "erste" sind wichtige Wörter. Sinnvoll ist es, drei Dinge zu trennen: dass die Transaktion tatsächlich stattgefunden hat (on-chain überprüfbar), dass sie konkrete Gelder schützt (Behauptung des Entwurfsurhebers) und dass Bitcoin als Ganzes auf Quantencomputer vorbereitet ist (das gilt bisher nicht).

